Bewusstsein und IchImplikationen neuer Erkenntnisse über Gehirn und Geist für Gesellschaft und Mensch, so der anspruchsvolle Titel der diesjährigen Tagung der FREIEN AKADEMIE, vom 21. bis 24. Mai in der bewährten Franken-Akademie auf Schloss Schney. Die erste Tagung unter dem neuen Präsidenten Dr. Volker Mueller knüpfte nahtlos an die Tradition der hervorragenden Ära Albertz an. Die zu Recht erwartete Befürchtung, es handele sich um eine Wiederholung der Tagung vom 1992 unter ähnlichem Titel, war glücklicherweise unbegründet. Es wurde auch keine Fortsetzung, denn es ging jetzt um neurowissenschaftliche Erkenntnisse in philosophischer Reflexion. Der Inhalt, - weitgehend praxisnah, - war geschickt zusammengestellt von der wissenschaftlichen Tagungsleiterin Dipl.-Psych. Renate Bauer, Ludwigshafen, langjähriges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Akademie und Landessprecherin der Freireligiösen Landesgemeinschaft der Pfalz. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten, stimmte sie mit einem weit gefächerten Überblick in das Phänomen Bewusstsein als erweiterte Wahrnehmung ein. Mit dem Beitrag Entwicklung und Störungen des menschlichen Bewusstseins aus neurowissenschaftlicher Sicht eröffnete der Psychologe Prof. Dr. Hans Markowitsch, Bielefeld, am nächsten Tag die eigentliche Arbeitstagung. Er machte die Fähigkeit „ich“ sagen zu können, zum Ausgangspunkt für das Entstehen des Bewusstseins. Ohne dabei das Phänomen Ich näher zu behandeln, stellte er fest, dass es keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte für ein außerhalb des Körpers frei schwebendes „Geistbewusstsein“ gibt. Für das Bewusstsein im engeren Sinne, wies er einerseits auf die Hirnentwicklung und andererseits auf die Emotionen hin und deren gegenseitige Abhängigkeit. Danach ging er ausgiebig auf die Charakterveränderungen durch Stirnhirnbeschädigungen ein sowie auf die ethischen Probleme bei der Modifizierung von Persönlichkeit durch Gehirnschirurgie. Schließlich konnte er nachweisen, dass nicht nur die frühkindlichen Eindrücke das Bewusstsein prägen, sondern darüber hinaus auch alle weiteren Erfahrungen unser Gehirn verändern und besonders, dass sich Magnetismus auf das Gehirn auswirkt. |
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